ASV Ulmtal e.V. Greifenstein

        

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ASV-Ulmtal e.V. - Die Seiten für die Jungfischer

Drittes Angelcamp für Jungfischer
11.08.2007 - Teichanlage "Grube Rassel"

Text- und Bildbericht von Michael Michel und Harald Heuser


Am 11. August fand unser drittes und nunmehr „traditionell“ zu nennendes Jugendangelcamp an der Teichanlage Rassel statt.

Auf Grund der absolut miesen Witterung der letzten Tage mit Tagesniederschlagsmengen von fast 50 Litern pro Quadratmeter hatte sich der Vorstand am 09.08.2007 allerdings für eine „abgespeckte“ Version der Veranstaltung entschieden. Wir wollten einfach verhindern, dass unsere Jungangler und Betreuer zwei Tage bei hoher Luft- und Bodenfeuchtigkeit bei subtropischen Bedingungen im Schlamm versinken würden. Noch am Freitagmorgen wurden alle ASV-Jungfischer, soweit erreichbar, über die geänderte Lage von einigen Vorstandsmitgliedern telefonisch informiert.

Somit trafen sich 17 Jungfischer und Betreuer am Samstagmorgen gegen 8:30 Uhr pünktlich auf dem Parkplatz des großen Weihers, um den ersten Teil der Veranstaltung anzugehen. Nachdem Angler und Ausrüstung in mehreren Fahrzeugen verstaut waren, brachen wir kurz vor 9:00 Uhr nach Weinbach zur Fischzuchtanlage Heydenhahn auf.



Dort hatte Thomas Keul in der vergangenen Woche 21 Lachsforellen in einen eigens für uns reservierten Teich besetzen lassen. Die galt es, bei trockenem und sonnigem Angelwetter zu jagen. Die Euphorie war groß, die Laune gut, das Revier bestückt und Verpflegung in Form von Schlauchschnitzeln (Fleischwurst) und gekühlten Getränken ausreichend an Bord.



In diesem Jahr hatten wir übrigens einen ganz besondern Gast in unserer Runde: Selim Hwaidak! Selim (9 Jahre alt) lebt mit seinen Eltern in Ägyptens Hauptstadt Kairo; dort besucht er auch eine deutsche Schule. In diesen Sommerferien wohnt er für zwei Monate mit seinen Eltern in deren Greifensteiner Ferienhaus.



Über unsere ASV-Homepage hat Selim Anfang Mai per E-Mail mit unserem Vorsitzenden Harald Heuser Kontakt aufgenommen und den Wunsch geäußert, während seiner Ferien bei uns seinen Angelschein zu machen. In seiner Mail-Antwort hat ihm Harald dann erklärt, dass dies in der in Frage kommenden Zeit leider nicht machbar sei. Gleichzeitig hat er Selim aber zur Teilnahme beim Ferienpassangeln und zum ASV-Jugendcamp eingeladen. Per Mail und Telefon wurde dann durch Vermittlung von Selims Tante, diese wohnt in München, die Buchung klar gemacht. In Zeiten der Globalisierung ist eben vieles möglich.



Selim ist ein äußerst sympathischer, pfiffiger und perfekt Deutsch sprechender Lockenkopf der Marke „Angler aus Leidenschaft“. Mit seinem Einsatz sollte er uns noch einen hohen Unterhaltungswert bieten.



Aber zurück zum Angeln. Der anfängliche „Lachsforellen-Hype“ schlug dann, spätestens nach dem Mittagessen, in eine Rotaugen- und Schleienlethargie um.



Das Wetter und die Angelbedingungen waren Klasse, der Fang im Hinblick auf den Zielfisch eher bescheiden. Thomas Keul (wer auch sonst) zeigte einmal mehr wie man es machen muss. Er fing einen „dicken Brummer“. Ralf Glaser (als Papa-Betreuer wieder mit im Team) hat dann ebenfalls ein Exemplar der gejagten Art Lachsforelle gefangen, wenngleich es sich hier eher um einen „Selbstmörder“ gehandelt zu haben schien.



Selbst unser Köderentwickler und Angelfachmann Jannik Holler (Originalzitat: „Nehmt Gulp, das bedeutet 55 Prozent mehr Forelle“!) musste einsehen, dass ein Plus von 55 Prozent bei Null-Prozent-Fang immer noch Null Fisch bleibt. Das war’s in Sachen Lachsforellen!

Gerhard Pauly landete noch einen kapitalen Karpfen für die Fotogalerie, setzte aber dann das 5 Kiloteil zurück ins Wasser. Zuerst schien es, dass sich der zehnjährige Jungfischer Fabian Eichler auf Schleien spezialisiert hätte, von dieser Gattung fing er nämlich fünf Stück. Ein schönes Exemplar von 38 cm nahm er auch für Papa-Eichler mit.



Fast genau um zwölf Uhr mittags fing er dann den größten Fisch seines noch jungen Anglerlebens. Einen absoluten Exoten, einen Wels von 82 cm Länge und 3,7 Kilo Gewicht. Petri Heil Fabian!!!

Den hätten wir allerdings neben den beiden 105 € teuren Lachsforellen (unser Angeltag wurde uns mit 210 € berechnet) noch mit 8 € pro Kilo extra bezahlen müssen. Also zurück damit ins Wasser.

Unser mittlerweile allen bekannter Sommergast schien heute als Materialtester der einschlägigen Angel-Ausrüstungsproduzenten tätig geworden zu sein. Nachdem einige seiner eigenen Ausrüstungsgegenstände seiner Härteprüfung nicht Stand gehalten hatten, versuchte er sich zunehmend an Haralds Ausstattung. Diese Testreihen konnte Harald oftmals nur mit Mühe unterbinden.

Gegen 14:00 Uhr traten wir die Heimreise an. Die Forellen waren nicht zu locken, die Gruppe um Kevin Briese hatte sich die letzten beiden Stunden ohnehin die Zeit mit dem „wer fängt die meisten Rotaugen-Spiel“ vertrieben. Kurz vor 15.00 Uhr waren wieder alle an der Rassel, inklusive Materialtester Selim und Köderentwickler Jannik, angekommen. Hier erwartete uns ein Teil des Restvorstandes, die bereits den Grill für das nachmittägliche Bratwürstchen vorbereitet hatten.



Den Nachmittag verbrachten wir am mittleren Weiher mit Köderfischgewinnung und dem erstmailgen Versuch, einen Hecht zu fangen. Aber auch hier konnte der Wunsch nicht in die Realität umgesetzt werden.



Yannik Glaser hätte es fast geschafft, aber kurz bevor er seinen ersten Esox (Hecht) landen konnte, hatte sich dieser mit einer eleganten „Hechtrolle“ vom Haken gelöst und verabschiedet. Da Thomas meinte, es sei eigentlich eh noch zu hell zum Hechtfischen und sich bei den Teilnehmern auch wieder Hungergefühle einstellten, zog man es vor eine Pause zu machen.



Ausserdem war es längst Zeit für „Michaels Eierpfanne“. Dieses spezielle Mahl wird in einer riesigen Gusspfanne auf einer Schwedenfackel zubereitet.



Allen Unkenrufen zum Trotz wurden doch wieder 70 Eier, 3 Kringel Mettwurst und einige Stücke Räucherspeck neben zahlreichen Schinkenwürfeln Opfer hungriger Münder



Von dem was übrig blieb, hätte sich kein Spatz mehr ernähren können.



Inzwischen hatte die Dämmerung eingesetzt und unsere Jungfischer versuchten nun „in der zweiten Halbzeit“ einen Hecht im mittleren Weiher zu erbeuten.



Und tatsächlich, Selim, unserem ägytischen Gastangler, gelang es tatsächlich unter Anleitung und mit Hilfe seines Mentors Harald einen Hecht von 65 cm Länge und 1,9 Kilo Gewicht zu fangen. Petri Heil und herzlichen Glückwunsch!



Dies war dann auch das einzige Exemplar dieser Gattung, welches an diesem Tag gefangen wurde. Die Erfolglosigkeit im Hinblick auf den Fang setzte sich leider am Abend fort, es kam nicht mehr zu nennenswerten Anlandungen. Bestenfalls fingen sich die Anhänger des Nachtangelns noch mal gegenseitig. Die Auflösung der Knoten und Perücken hatte aber durch die Dunkelheit, nur noch erhellt durch Taschenlampen und Knicklichter, immerhin noch einen gewissen optischen Unterhaltungswert.



Gegen Mitternacht war die Veranstaltung dann offiziell beendet, nur ein paar Hartgesottene, meist vom Freitagabend übrig geblieben, konnten am Sonntagmorgen noch am Gewässer bewundert werden.



Fazit: Keine Verletzten, keine Vermissten, erhebliche Materialverluste. Trotz des durch die unsicheren Witterungsbedingungen etwas einschränkten Umfangs des 3. ASV-Jugendcamps sah man viele zufriedene, sogar einige glückliche Gesichter. Na klar, das machen wir im nächsten Jahr wieder!!

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